Auf der Suche nach einem „freilufttauglichen Instrument“ hatte Adolphe Sax dieses Instrument Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt – und kurzerhand nach sich selbst benannt. „Ein Instrument, das im Charakter seiner Stimme den Streichinstrumenten nahekommt, aber mehr Kraft und Intensität besitzt als diese“, hieß es in Saxʼ Patentantrag von 1846.

Übrigens mehr als 30 Erfindungen ließ Sax im Laufe seines Lebens patentieren, darunter sogar eine Dampforgel, eine Signalanlage für die Eisenbahn, eine (Super-)Kanone und einen Apparat zur Lungengymnastik. All das ist natürlich längst vergessen – bis auf das Saxophon.

1845 war Sax auf der Suche nach seinem Glück in Paris gelandet und schlug sein Instrument der königlichen Familie zur Aufnahme in die Militärorchester vor. König Louis Philippe rief daraufhin einen Wettstreit zwischen einer herkömmlichen und einer mit Sax-Instrumenten ausgestatteten Militärkapelle ins Leben – ein gewaltiges Spektakel auf dem Champ de Mars, dem 25.000 Besucher beiwohnten.

Das Saxophon konnte sich nicht nur besser gegen die Trompeten und Posaunen behaupten als die leiseren Holzblasinstrumente wie Oboe und Fagott. Mit seinem Metallkorpus erwies es sich auch als robuster gegen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen als seine wetterfühligen Kollegen aus Holz. Fortan bekam das Saxophon einen festen Platz in der Militärmusik und sein Erfinder Sax das Monopol auf dessen Bau. Doch der Erfolg seiner Firma brachte die Neider auf den Plan.

„Ich beklage, dass ich nur einige Stunden des Friedens in einem von Sorge verschlungenen Leben erreichen konnte“,

schrieb Sax 1867, zwanzig Jahre vor seinem Tod.

Immer wieder musste er sich vor Gericht als Erfinder behaupten. Abtrünnige Angestellte verrieten seine Werkstatt-Geheimnisse an die Konkurrenz. Und einige Pariser Instrumentenbauer bildeten gar einen Verein mit dem Ziel der systematischen Verfolgung von Adolphe Sax. Auf dem Höhepunkt ihrer Aktivitäten hatten sie ihm vermutlich sogar nach dem Leben getrachtet: Erwischt hat es dann leider seinen Diener, der das Pech hatte, seinem Herrn ähnlich zu sehen. Viele Orchestermusiker, ebenfalls angestachelt von der Konkurrenz, weigerten sich damals, seine Instrumente zu spielen. Politische Wirren und der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 führten schließlich zum Konkurs seiner Firma. Bis zu seinem Tod am 7. Februar 1894 in Paris lebte Sax völlig verarmt und nahezu vergessen von einer kleinen „Gnaden-Pension“.

Es dauerte noch einige Jahrzehnte, bis seine Erfindung weltweit die Musik mit neuen Tönen erfüllen sollte und der Siegeszug des Saxophons begann. So hat sich auch das sonic.art Saxophonquartett, ein Kammermusikensemble mit internationalem Flair, ganz und gar der Faszination dieses wunderbaren Instrumentes verschrieben. Seit seiner Gründung erhielt das Quartett zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den 1. Preis und Grand Prix beim Internationalen Kammermusikwettbewerb für zeitgenössische Musik in Krakau sowie den Preis des Deutschen Musikwettbewerbs.

Das Repertoire von sonic.art umfasst sowohl Originalwerke für Saxophonquartett als auch eigene Arrangements bekannter Kompositionen aus verschiedenen Epochen. Sie arbeiten eng mit zeitgenössischen Komponisten zusammen und haben bereits mehrere CDs veröffentlicht, darunter Werke von Ligeti, Glass, Schostakowitsch und Gubaidulina. 

Ein besonderes Projekt des Quartetts ist die musikalische Begleitung des Stummfilms Berlin – Sinfonie der Großstadt von 1927, die sie bereits international aufgeführt haben.