Nürnberger Symphoniker

Portrait Michael Hofstetter

FRAGEBOGEN

1. Was wäre ich geworden, wenn ich nicht Dirigent geworden wäre?
unglücklich

2. Diesen Komponisten konnte ich noch nie leiden:
Den gibt's, aber das wird nicht verraten. ;-) Zumal es ja so ist, dass die Komponisten, die Dir heute nicht gefallen, Du übermorgen aber vielleicht doch verstehst und liebst, weil du einen Schlüssel erhalten hast, der das Verständnis dieser Sprache eröffnet.

3. Mein derzeitiger Lieblingskomponist oder Lieblingsmusik:
Tatsächlich immer das, woran ich gerade arbeite – aber immer wieder und mit unvermindertem Glück: Händel, Mozart, Beethoven.

4. Bei diesem Essensgericht werde ich schwach:
Käsespätzle und/oder Kaiserschmarrn (ich finde, man sollte nicht das Eiklar extra quirlen und als Eischaum unterheben, sondern wichtig ist, dass man die Zutaten in der Reihenfolge Mehl und Milch, aus denen man einen flüssigen Teig rührt, nur mit dem Ei leicht bindet und nicht quirlt; dann wird er saftig und locker).

5. Mein Vorbild aus der Geschichte:
Jeder, der sein freies Denken nicht verkauft und aus Liebe zu den Mitmenschen und unserem Planeten eigenständig Sinnvolles tut.

6. Dieses Buch würde ich zum Lesen empfehlen:
Hermann Hesse, Narziß und Goldmund
Sogyal Rinpoche, Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben

7. Wenn ich König von Deutschland wäre, würde ich …
… sofort Rio Reiser als Hofkomponisten engagieren.

BIOGRAFIE

Michael Hofstetter dirigiert an vielen renommierten Opernhäusern, bei Orchestern und Festivals: Dazu zählen unter anderem die Bayerische, die Hamburgische, die Hannoversche, die Stuttgarter und die Berliner Staatsoper, fernerhin die Komischen Oper Berlin, das Theater an der Wien, die Royal Opera Copenhagen, das Gran Teatre del Liceu Barcelona, Den Norske Opera Oslo, die Welsh National Opera und die English National Opera sowie die Canadian Opera Company Toronto, außerdem die Salzburger Festspiele, die Schubertiade Hohenems, das Bachfest Leipzig und die Chapelle Royal de Versailles. Zukünftige Engagements führen ihn unter anderem wieder zum Noord Nederlands Orkest, zur styriarte Graz und an die Königliche Oper Kopenhagen.

Der gebürtige Münchner begann seine Karriere an den Theatern in Wiesbaden (Kapellmeister) und Gießen (Generalmusikdirektor) und war außerdem Professor für Orchesterleitung und Alte Musik an der Universität Mainz.

Als Chefdirigent prägte er von 2005 bis 2012 die Ludwigsburger Schlossfestspiele durch Aufführungen und Ersteinspielungen wenig bekannter Werke von Salieri, Gluck, Cimarosa und Hasse sowie einer Welturaufführung von E.T.A. Hoffmann. Zuletzt feierte die Presse hier seine Aufführungen von Verdi und Wagner auf Originalklanginstrumenten. Von 2006 bis 2013 Chefdirigent des Stuttgarter Kammerorchesters, erarbeitete Michael Hofstetter Uraufführungen unter anderem von Werken der Komponisten Moritz Eggert, Fazil Say und Helmut Oehring. Seit Herbst 2012 ist er erneut Generalmusikdirektor des Stadttheater Giessen sowie Chefdirigent des recreation Grosses Orchester Graz und des neugegründeten styriarte Festspiel-Orchesters.

Michael Hofstetter machte sich ebenso einen Namen durch die mehrjährige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Herbert Wernicke am Theater Basel. Ihr mit dem Bayerischen Theaterpreis ausgezeichnetes letztes gemeinsames Projekt »Actus Tragicus«, eine szenische Umsetzung von sechs Bachkantaten, war unter anderem 2009 beim Edinburgh International Festival zu sehen.

Im Fachmagazin »Opernwelt« wurde Michael Hofstetter in der jährlichen Kritikerbefragung mehrmals als 'Dirigent des Jahres' nominiert; zuletzt 2011 mit seiner Produktion von Hasses »Didone Abbandonata« am Prinzregententheater München und 2013 für seine Leistungen als Generalmusikdirektor in Gießen. Für sein Engagement im Bereich Operette erhielt er die Robert-Stolz- Medaille, seine Arbeit bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen wurde mit dem Horst-Stein-Preis gewürdigt.

Zahlreiche CDs wurden unter seiner musikalischen Leitung bei OehmsClassics sowie bei den Labels cpo, Orfeo, Deutsche Grammophon, SONY und Virgin Records veröffentlicht. Die CD »Rossini: Arien und Ouvertüren« erhielt 2008 den »Orphée du meilleur interprète« der Académie du Disque Lyrique Frankreich, die CD »Hasse reloaded« wurde in die Bestenliste 2012 der Deutschen Schallplattenkritik aufgenommen.