Nürnberger Symphoniker

Portrait Erik Schumann

FRAGEBOGEN

Was wäre ich geworden, wenn ich nicht Musiker geworden wäre?
Wahrscheinlich wäre ich Forscher geworden, am liebsten auf dem Gebiet Astronomie. Ich bin einfach sehr fasziniert von den Dimensionen und was für Emotionen diese hervorrufen, allein nur darüber zu lesen und sich damit auseinander zu setzen und dies in Relation zu der eigenen Wahrnehmung zu stellen. In diesem Sinne ist man auch jedes Mal „Forscher“ wenn man ein neues Stück einstudiert; also eine geistig lebendige Forschung und keine analytische. Es beginnt mit der Neugier und einer Vorstellungskraft. Dies braucht man als Musiker genauso wie als Forscher.

Diesen Komponisten konnte ich noch nie leiden:
Der Gedanke kam mir nur sehr selten. Am Ende liegt es dann aber an mir und nicht an der Komposition.

Mein derzeitiger Lieblingskomponist oder Lieblingsmusik: 
Im Moment höre ich viel Schubert. Aber Mozart, Beethoven, Brahms, Bach sind immer „Lieblingskomponisten“.

Bei diesem Essensgericht werde ich schwach:
Alles Asiatische, besonders japanisch. 

Mein Vorbild aus der Geschichte:
Alle, die die Welt mit ihrem geistreichen Schaffen bereichert haben.

Dieses Buch würde ich zum Lesen empfehlen:

Das Buch "Das Dritte Ohr, vom Hören der Welt" von Ernst Joachim Berendt hat mich sicherlich stark beeinflusst (s.o.). 

Wenn ich König von Deutschland wäre, würde ich ...
… den König abschaffen.

 

BIOGRAFIE

Erik Schumann wurde 1982 als Sohn deutsch/rumänisch-japanischer Eltern in Köln geboren. Mit Auftritten an der Seite von Orchestern in Europa, Asien und den USA begeistert er sein Publikum. Darunter befinden sich Orchester wie das NDR Sinfonieorchester Hamburg, WDR Sinfonieorchester Köln, Gewandhausorchester zu Leipzig, Bamberger Symphoniker, Tonhalle-Orchester Zürich, Orchestre de Paris, Orchestre National de France, Sinfonia Varsovia, BBC Philharmonic und Helsinki Philharmonic Orchestra, das NHK Orchestra Tokyo sowie National Symphony Orchestra Washington D.C. und das Chicago Symphony Orchestra.

Dabei arbeitet er u.a. mit Dirigenten wie Christoph Eschenbach, Gianandrea Noseda, Jiří Bělohlávek, Muhai Tang, Vassily Sinaisky, Günther Herbig, Marin Alsop, Howard Griffiths, Toshiyuki Kamioka, Juanjo Mena, Michael Sanderling, David Afkham und Leoš Svárovský zusammen.

Beim Huddersfield Contemporary Music Festival spielte Erik Schumann in 2012 Matthias Pintschers Violinkonzerts „Mar‘eh“ unter der Leitung des Komponisten mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra.

Duo-Recitals mit Henri Sigfridsson führten ihn u.a. in die Philharmonie Luxembourg, den Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie sowie in den Pariser Louvre.

Festspiele wie die Salzburger Osterfestspiele, das Lucerne Festival, der Kissinger Sommer, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, das Pacific Music Festival, das Schleswig-Holstein Musik Festival, Mozartfest Schwetzingen, Rheingau Musik Festival und das Ravinia Musikfestival Chicago haben Erik Schumann regelmäßig zu Gast.

Kammermusikprojekte führten ihn unter anderem mit dem Tokyo String Quartet, Daniel Müller Schott, Alisa Weilerstein, Anna Vinnitskaya, Martin Fröst, Nils Mönkemeyer, Danjulo Ishizaka, Nicolas Altstaedt, Reto Bieri, Ralph Manno, José Gallardo, Viviane Hagner, Daniel Hope und Cyprien Katsaris zusammen. Im Rahmen der Kronberg Academy musizierte Erik Schumann mit Yuri Bashmet und Gidon Kremer. Zusammen mit Christoph Eschenbach spielte er ein Duo-Recital in der Ooji Hall Tokio.

Mit seinen Geschwistern Ken und Mark sowie mit Liisa Randalu bildet er das Schumann Quartett, das unter anderem in 2013 den 1. Preis beim renommierten Internationalen Streichquartett Wettbewerb Bordeaux errang. Das Quartett ist „Artist in Residence“ im Robert Schumann Saal Düsseldorf.

Erik Schumanns Debüt-CD, auf der er im Duo mit Henri Sigfridsson Sonaten von Sergei Prokofiev erkundet, wurde von der Presse mit viel Beifall aufgenommen. Im Frühjahr 2015 erschien Erik Schumanns Interpretation des monumentalen Violinkonzerts von Johannes Brahms mit den Nürnberger Symphonikern unter dem Dirigat von Alexander Shelley. Auf dem gleichen, hochgelobten Album, ist auch das Doppelkonzert von Brahms zusammen mit seinem Bruder Mark zu hören.

Entscheidend für seine musikalische Entwicklung war unter anderem sein Lehrer Zakhar Bron. Weitere wichtige Impulse bekam er durch Meisterkurse u. a. bei Pinchas Zuckerman, Miriam Fried, Shlomo Mintz, Pamela Frank, Hermann Krebbers, Pavel Vernikov und György Pauk.

Erik Schumann spielt auf einer Violine von G.F. Pressenda aus dem Jahre 1830, eine freundliche Leihgabe aus privatem Besitz.